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Ein Gespräch mit Hundetrainerin Klara Wiesenbach über nasse Pfoten, falsche Erwartungen und die Magie der Ruhe.

Die Region Feldberg wirbt mit Seen, Wäldern und offenen Flächen. Ideal für den Hund. Oder? Klara Wiesenbach sitzt mir gegenüber. Die Trainerin stammt aus Bochum, wohnte jedoch selbst drei Jahre lang in Feldberg. Ihr „Pfotenweg". Ein Name, der alles sagt.

Die erste Frage: Sind die Feldberger Seen wirklich hundefreundlich?

Klara lacht verhalten. „Kommt drauf an, was Sie unter freundlich verstehen. Es gibt hier keine Hundestrände mit Sonnenschirmen von Coca-Cola. Stattdessen gibt es das Erlebnis, der Erste seit Tagen zu sein, der diesen Weg geht." Ihr Mischling Benno ruht an ihrer Seite. Ein Mischling. Mit grauer Schnauze, friedliche Augen. „Das ist keine Vergnügungszone. Es ist ein Ort, an dem Ihr Hund wieder Hund sein darf. Nicht jeder erträgt das. Manche Menschen brauchen mehr Koffein als . Das ist okay. Dann reisen Sie besser an die Ostsee nach Usedom. Da wird der Hund geduldet. Hier nimmt man ihn ernst." Sie meint das nicht böse. Eher nüchtern, wie jemand, der schon unzählige Hunde beobachtet hat in zu engen Ferienwohnungen.

Welche Unterkunft ist mit Hund empfehlenswert?

„Nicht in der Innenstadt von Feldberg", meint Klara ohne Zögern. „Da ist es eng. Der Zauber der Touristen. Eisverkäufer, die keine Hunde mögen, da die Hunde an den Hosen riechen. Suchen Sie sich eine Unterkunft am Stadtrand. Noch besser ist es: in den Orten Lichtenberg oder Fürstenhagen. Viele Gasthäuser bieten mittlerweile eigene Apartments mit Terrasse und Hundebox an. Fragen Sie nach Fliegengittern. Die Stechmücken hier sind wie eine Armee." Sie kratzt Benno am Ohr. „Und prüfen Sie die Fußböden. Laminat und Hundehaare sind eine wilde Ehe. Parkettboden ist vorzuziehen. Und packen Sie eigene Frottiertücher ein. Dicke. Der Hund wird nass. Aus." Sie unterbricht sich kurz. Trinkt Wasser aus einer Flasche. „Einmal hatte ich einen Gast aus Frankfurt. Er führte Beschwerde, dass sein Pudel gleich am ersten Tag von einer Zecke befallen war. Was glauben Sie, wo wir sind? Das ist Wald. Das ist Natur. Ein Mensch mit einem Pudel, der nur den Frankfurter Westend-Rasen kennt, sollte möglicherweise ein kurzes Training absolvieren in Feldberg. Für Tier und Besitzer." Ein schiefes Lächeln.

Die bedeutenden Gewässer: Wo ist der Zutritt für Hunde erlaubt?

„Das ist der typische Irrtum. Die Menschen erblicken das klare Wasser und denken: Badespaß. Doch der Haussee, sowohl der Schmaler Luzin als auch der Breite Luzin verfügen über Badestellen, die für Hunde tabu sind. Am Carwitzer See gibt es eine Mischung. Da gibt es einen offiziellen Hundestrand. Kompakt. Aber er ist da." Sie listet mit den Fingern auf. „Ein Insidertipp: Der Krüseliner See. Nicht so überfüllt. Und der Dreetzsee. Dort ist das Wasser weniger tief. Perfekt für Vierbeiner, die das Schwimmen nicht mögen. Aber Achtung: Geflügel am Wasser. Nicht jeder Hund versteht, dass die Ente kein Spielobjekt darstellt. Und nicht jedes Geflügel kapiert, dass der Vierbeiner kein Raubtier ist. Führen Sie Ihren Hund im Zweifelsfall an der Leine. Es ist nicht untersagt, dem Vogel nachzujagen. Es ist einfach nur blöd und belastend für alle Parteien." Sie beugt sich vor. „Ich beobachtete mal einen Münchner. Von großer Statur, mit teuren Wanderschuhen, ein Silikonhalsband für den Hund. Er ließ seinen Golden Retriever ins Wasser. Das Tier schwamm davon. Geradewegs auf eine Gruppe Schwäne zu. Das führte zu einem Aufstand, ich kann Ihnen sagen. Der Mann rief ‚Hier! Hier!‘ wie ein Dirigent, dem die Stöcke ausgehen. Die Schwäne flohen. Der Hund kam zurück. Nasser als der Mann je in seiner Münchener S-Bahn war. Der Herr war wütend auf den Hund. Ich war verärgert über den Mann. Verstehen Sie? Es ist nicht der Vierbeiner, der sich anpassen sollte. Sondern der Mensch. Im Urlaub merkt man das ganz schnell. Im eigenen Heim ist der Hund der Chef. Hier fungiert er als Element eines natürlichen Systems. Das ist ein Unterschied wie zwischen einem Planschbecken und der Nordsee."

Was ist mit Wanderungen?

„Ach, das ist das Beste. Es gibt unzählige Kilometer an Wanderwegen im Kreis. Der Rundpfad um den Schmalen Luzin zum Beispiel. Circa zehn Kilometer. Manchmal trocken, manchmal matschig. Gut geeignet für Hunde, die alles beschnüffeln. Aber nehmen Sie genug Wasser mit. Und ein leichtes Gefäß. Das Wasser der Bäche ist genießbar, aber nicht jeder Hund verträgt das. Benno etwa. Der erblickt eine Pfütze und glaubt: Feinschmeckerlokal. Später leidet er an Durchfall. Dann stehen Sie da, mitten bungalow im wald am see Wald, mit einem Tier, das wirkt wie ein geschwollener Ballon. Dafür existiert keine App. Nur einen Veterinär in Feldberg. Die Fachleute sind tüchtig. Doch zögern Sie nicht, bis es zu spät ist." Sie klopft auf ihren Rucksack. „Eine Tragehilfe für Vierbeiner. Klingt albern. Das ist sie nicht. Wenn der Hund nach zehn Kilometern lahmt, tragen Sie ihn nicht auf Ihren Schultern. Glauben Sie mir, ich habe es probiert. Es sah aus wie ein betrunkener Bergsteiger mit einem Wollknäuel auf dem Kopf."